PflegeRadar
29. Sept. 2026

Ambulante Pflege im Kreis Mettmann: 2.203 ungedeckte Fälle

Standort-Chance: 55,1 von 100 (Solide) · Rang 90 von 400 Kreisen · Nordrhein-Westfalen
Pflegebedürftige: 37.107 · ambulant versorgt: 6.062 · ungedeckter Bedarf: 2.203
75+ in 5 Jahren: +1,5 % · ambulante Dienste: 92 · Umsatzpotenzial: 28,6 Mio €/Jahr · Einwohner: 488.128
Stärkste PLZ-Gebiete: 40699 Erkrath (58,4) · 42781 Haan (57,4) · 40878 Ratingen (56,8)

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Im Kreis Mettmann liegt der rechnerische Abstand zur Ambulant-Benchmark bei 2.203 Pflegebedürftigen. Bei einer Modellannahme von 13.000 Euro je ambulant versorgtem Patienten und Jahr entspricht das einem Umsatzpotenzial von rund 28,6 Millionen Euro jährlich – ein klarer Hinweis auf vorhandene Nachfrage für tragfähige ambulante Angebote.

Die Ausgangslage ist konkret: 37.107 Menschen sind im Kreis pflegebedürftig, davon werden 6.062 durch ambulante Dienste versorgt. Das entspricht einer Ambulant-Quote von 16,3 Prozent und liegt unter der Benchmark von 22,3 Prozent im bundesweit oberen Kreis-Viertel. Gleichzeitig stehen 92 ambulante Pflege- und Betreuungsdienste für rechnerisch 66 Patienten je Dienst bereit. Für Anbieter, die Versorgungskapazitäten gezielt aufbauen oder erweitern wollen, zeigt die Kreis-Analyse für Mettmann, wo Nachfrage, Wettbewerbslücke und Tour-Effizienz zusammenkommen.

Demografisch ist kein sprunghafter zusätzlicher Rückenwind zu erwarten: Die Bevölkerung ab 75 Jahren verschiebt sich in den kommenden fünf Jahren rechnerisch um 1,5 Prozent nach oben. Das ist moderates Wachstum, trifft jedoch auf bereits hohe absolute Pflegebedarfe. Entscheidend ist damit weniger eine reine Wachstumswette als die Frage, ob ein Dienst bestehende Versorgungslücken lokal, personell und organisatorisch schließen kann. Die hohe Bevölkerungsdichte von 1.656 Einwohnern je Quadratkilometer und ein distanzgewichtetes Klinik-Umfeld von 3.233 Betten im 20-Kilometer-Radius sind dabei relevante Rahmenbedingungen für Tourenplanung und Übergänge aus stationären Behandlungen.

Die Personalfrage gehört offen auf den Tisch. Pflegeberufe werden in der BA-Engpassanalyse 2025 mit 2,7 von 3 Punkten als Engpass bewertet; die Vakanzzeit liegt bei 94 Tagen und damit über dem Bundeswert von 85 Tagen. Pflege ist bundesweit ein Engpassberuf. Ein Markteintritt im Kreis Mettmann braucht daher in der Regel nicht nur Nachfrage, sondern einen belastbaren Plan für Recruiting, Einsatzplanung und Fachkräftebindung.

Praktisch setzt der Start eines ambulanten Dienstes einen Versorgungsvertrag nach § 72 SGB XI voraus, also die vertragliche Grundlage zur Versorgung Pflegeversicherter. Ebenso muss die Fachkraftquote erfüllt werden, also ein ausreichender Anteil qualifizierter Pflegefachkräfte im Team. Für die Expansionsentscheidung sprechen im Kreis die hohe Nachfragebewertung und die erkennbare Wettbewerbslücke; die zurückhaltende Dynamik der vergangenen Jahre und die angespannte Personallage sollten dagegen von Beginn an eingepreist werden.

Die Werte je PLZ-Gebiet sind Modellwerte, an der amtlichen Kreisstatistik kalibriert; alle Angaben ohne Gewähr, und die eigene Prüfung vor Ort bleibt unersetzlich.

Häufige Fragen

Wie groß ist die ambulante Versorgungslücke im Kreis Mettmann?

Der Abstand zwischen der Ambulant-Quote des Kreises von 16,3 Prozent und der Benchmark von 22,3 Prozent entspricht rechnerisch 2.203 ungedeckten ambulanten Versorgungsfällen.

Wie entwickelt sich die Nachfrage in den nächsten fünf Jahren?

Die Bevölkerung ab 75 Jahren wächst durch Kohortenverschiebung um 1,5 Prozent. Die Nachfragebasis bleibt damit vor allem aufgrund der bereits 37.107 Pflegebedürftigen relevant.

Ist Personal im Kreis Mettmann verfügbar?

Die BA-Engpassanalyse weist Pflegeberufe mit 2,7 von 3 Punkten als Engpass aus. Mit 94 Tagen liegt die Vakanzzeit über dem Bundeswert von 85 Tagen; Personalgewinnung ist daher ein zentraler Bestandteil jeder Planung.

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