PflegeRadar
1. Okt. 2026

Ambulante Pflege im Kreis Karlsruhe: 1.889 ungedeckte Fälle

Standort-Chance: 55,1 von 100 (Solide) · Rang 91 von 400 Kreisen · Baden-Württemberg
Pflegebedürftige: 27.562 · ambulant versorgt: 4.250 · ungedeckter Bedarf: 1.889
75+ in 5 Jahren: +8,1 % · ambulante Dienste: 54 · Umsatzpotenzial: 24,6 Mio €/Jahr · Einwohner: 451.114
Stärkste PLZ-Gebiete: 76275 Ettlingen (63,7) · 76287 Rheinstetten (60,3) · 76337 Waldbronn (57,1)

➜ Vollständige Kreis-Analyse mit Rechenweg auf PflegeRadar

Im Kreis Karlsruhe liegt der rechnerische Abstand zur ambulanten Benchmark bei 1.889 Pflegebedürftigen. Bei einer Modellannahme von 13.000 Euro je ambulant versorgtem Patienten und Jahr entspricht das einem Umsatzpotenzial von rund 24,6 Millionen Euro jährlich – ein klarer Hinweis auf Versorgungsbedarf, den neue oder wachsende Dienste prüfen können.

Von 27.562 Pflegebedürftigen werden im Kreis 4.250 durch ambulante Dienste versorgt. Das entspricht einer Ambulant-Quote von 15,4 Prozent und liegt deutlich unter der Benchmark von 22,3 Prozent im oberen bundesweiten Kreisviertel. Zugleich verteilen sich rechnerisch 79 Patienten auf jeden der 54 ambulanten Pflege- und Betreuungsdienste. Für Anbieter, die ihr Einzugsgebiet gezielt planen, zeigt die Kreis-Analyse Karlsruhe damit eine spürbare Wettbewerbslücke bei zugleich solider Gesamtlage.

Die Nachfrage dürfte zusätzlich wachsen: Die Bevölkerung ab 75 Jahren verschiebt sich in den kommenden fünf Jahren rein demografisch um 8,1 Prozent nach oben. Für die ambulante Pflege bedeutet das in der Regel mehr potenzielle Unterstützungs- und Versorgungsanlässe. Auf Landesebene stieg die Zahl ambulant Versorgter bereits von 2021 bis 2023 um 9,8 Prozent, während die Zahl der Dienste um 2,8 Prozent zunahm. Diese Entwicklung unterstreicht die Dynamik eines Marktes, in dem Nachfrage und Angebotsaufbau nicht zwingend im gleichen Tempo verlaufen.

Die Personalfrage gehört jedoch offen auf den Tisch. Die BA-Engpassanalyse 2025 bewertet Pflegeberufe auf Landesebene mit 2,8 von 3 Punkten; ab 2,0 beginnt die Engpassschwelle. Mit einer Vakanzzeit von 104 Tagen gegenüber 85 Tagen im Bund ist die Gewinnung von Pflegefachkräften im Raum Baden-Württemberg anspruchsvoll. Pflege ist bundesweit ein Engpassberuf – Wachstum im Kreis Karlsruhe braucht daher neben Nachfrage auch ein belastbares Recruiting- und Tourenkonzept.

Praktisch setzt ein Markteintritt in der ambulanten Pflege in der Regel einen Versorgungsvertrag nach § 72 SGB XI voraus, also die vertragliche Zulassung zur Abrechnung zugelassener Pflegeleistungen. Ebenso ist die Fachkraftquote zu beachten, die den erforderlichen Anteil qualifizierter Pflegefachkräfte in der Leistungserbringung absichert. Die vergleichsweise hohe Bevölkerungsdichte von 493 Einwohnern je Quadratkilometer und 731 distanzgewichtete Klinikbetten im 20-Kilometer-Umkreis liefern zusätzliche Ansatzpunkte für eine standortbezogene Prüfung von Touren, Überleitungen und Einzugsgebieten.

Besonders interessant wirken in der Modellierung die PLZ-Räume Ettlingen, Rheinstetten und Waldbronn. Sie ersetzen keine lokale Prüfung, helfen aber dabei, die Suche nach geeigneten Gebieten innerhalb des Kreises zu priorisieren.

Die Werte je PLZ-Gebiet sind Modellwerte, an der amtlichen Kreisstatistik kalibriert; alle Angaben ohne Gewähr, und die eigene Prüfung vor Ort bleibt unersetzlich.

Häufige Fragen

Wie groß ist die ambulante Versorgungslücke im Kreis Karlsruhe?

Der Abstand zur Benchmark-Quote beträgt rechnerisch 1.889 ambulant zu versorgende Pflegebedürftige.

Wie entwickelt sich die ältere Bevölkerung?

Die Zahl der Menschen ab 75 Jahren steigt durch Kohortenverschiebung innerhalb von fünf Jahren um 8,1 Prozent.

Wie schwierig ist die Personalgewinnung?

Die BA-Engpassanalyse weist für Pflegeberufe im Land einen Engpasswert von 2,8 von 3 sowie eine Vakanzzeit von 104 Tagen aus.

Jetzt ansehen auf PflegeRadar

Zur Kreis-Analyse Karlsruhe: Prüfen Sie PLZ-Modelle, Nachfrage, Wettbewerb und Standortfaktoren im Detail. Nutzen Sie außerdem die Standort-Rangliste und den Marktalarm, um Chancen frühzeitig einzuordnen und Ihre Expansionsplanung zu strukturieren.