PflegeRadar

Pflegebedarf in Deutschland: Zahlen, Ländervergleich und Prognose

5.688.473 Pflegebedürftige, 15.549 ambulante Dienste — was die amtliche Statistik zeigt und wohin die Demografie trägt.

Deutschland zählt 5.688.473 Pflegebedürftige; 19,3 % davon versorgen 15.549 ambulante Dienste mit 446.428 Beschäftigten — im Schnitt 71 Patienten je Dienst. Der größte Teil der Versorgung liegt aber weiterhin bei Angehörigen: 3.103.004 Menschen beziehen ausschließlich Pflegegeld. Genau aus dieser Gruppe speist sich das Wachstum der ambulanten Pflege.

Ländervergleich: Bedarf und Ambulant-Quote

Pflegestatistik 31.12.2023; Ambulant-Wachstum 2021 → 2023 auf Landesebene:

LandPflegebedürftigeAmbulant-Quote DiensteAmbulant-Wachstum 21→23
Nordrhein-Westfalen 1.387.13417,3 % 3.205 +2,1 %
Bayern 631.27320 % 2.173 +2,4 %
Baden-Württemberg 624.83116,4 % 1.297 +9,8 %
Niedersachsen 623.07118,6 % 1.409 +4,9 %
Hessen 423.37817,6 % 1.367 +2,2 %
Sachsen 363.24324,4 % 1.154 +12,7 %
Rheinland-Pfalz 271.51918,3 % 591 +5 %
Brandenburg 214.07223,3 % 801 +7,1 %
Berlin 211.99920,7 % 670 +5,5 %
Sachsen-Anhalt 204.23623 % 650 +11,8 %
Thüringen 193.93721,8 % 502 +9,4 %
Schleswig-Holstein 175.32321,3 % 573 +4,3 %
Mecklenburg-Vorpommern 139.87225,2 % 522 +5,4 %
Hamburg 96.60626,9 % 396 +4,8 %
Saarland 80.35114,8 % 133 -5,1 %
Bremen 47.62819,6 % 106 -6,4 %

Was die Prognose trägt — und was nicht

Die 5-Jahres-Erwartung von PflegeRadar ist bewusst konservativ: Sie verschiebt ausschließlich die heutigen Alterskohorten (wer heute 70–74 ist, ist in fünf Jahren 75+) und nimmt keine Wanderung, keine veränderten Pflegequoten und keine Leistungsrechtsreformen an. Sie unterschätzt den Bedarf damit eher, als ihn zu überzeichnen — für eine Standortentscheidung die richtige Seite des Irrtums.

Wo diese Welle auf eine ohnehin dünne Versorgung trifft, entstehen die stärksten Standorte: zur Rangliste der Kreise und zur Karte der Versorgungslücke.

Die häufigsten Fragen

Wie viele Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig?

Laut Pflegestatistik (Stand 31.12.2023) sind es 5.688.473 Menschen. Davon werden 1.100.670 durch ambulante Dienste versorgt, 799.590 vollstationär; 3.103.004 beziehen ausschließlich Pflegegeld und werden überwiegend von Angehörigen versorgt.

Wie entwickelt sich der Pflegebedarf in den nächsten Jahren?

Die 75+-Bevölkerung wächst im Median der Kreise um +9,4 % in fünf Jahren — reine Kohortenverschiebung aus der heutigen Altersstruktur, ohne Wanderungsannahmen. Da Pflegebedürftigkeit stark altersgetrieben ist, wächst der Bedarf entsprechend; regional reicht die Spanne von Stagnation bis über 20 %.

Wo ist die ambulante Versorgung am dünnsten?

Die Ambulant-Quote schwankt zwischen den Ländern um mehrere Prozentpunkte (Tabelle unten) — und innerhalb der Länder noch stärker. Für Standortentscheidungen zählt die Kreisebene: dort weist PflegeRadar die rechnerische Versorgungslücke je Kreis und PLZ-Gebiet aus.

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Alle Kennzahlen dieser Seite gibt es für jedes der 8.163 PLZ-Gebiete und alle 400 Kreise — als Rangliste, Karte und vollständige Analyse mit Rechenweg.

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