Ambulante Pflege im Kreis Viersen: 3.588 Versorgungsplätze mit Potenzial
Standort-Chance: 65,8 von 100 (gut) · Rang 19 von 400 Kreisen · Nordrhein-Westfalen
Pflegebedürftige: 29.823 · ambulant versorgt: 3.055 · ungedeckter Bedarf: 3.588
75+ in 5 Jahren: +9,4 % · ambulante Dienste: 45 · Umsatzpotenzial: 46,6 Mio €/Jahr · Einwohner: 294.485
Stärkste PLZ-Gebiete: 47877 Willich (68,3) · 47918 Tönisvorst (68,2) · 47906 Kempen (67,6)
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Im Kreis Viersen liegt die Ambulant-Quote bei 10,2 % – deutlich unter dem Benchmark des oberen bundesweiten Kreis-Viertels von 22,3 %. Rechnerisch ergibt sich daraus ein ungedeckter ambulanter Bedarf von 3.588 Pflegebedürftigen. Für neue oder expandierende Anbieter ist das ein klarer Hinweis auf Nachfrage, die im Kreis bislang nur begrenzt durch ambulante Dienste abgedeckt wird.
Mit 29.823 Pflegebedürftigen und 45 ambulanten Pflege- und Betreuungsdiensten kommen im Kreis rechnerisch 68 Patienten auf einen Dienst. Nur 3.055 Pflegebedürftige werden durch ambulante Dienste versorgt. Die Differenz zur Vergleichsquote zeigt: Viersen verbindet eine hohe Nachfrage mit einer erkennbaren Wettbewerbslücke. Auch das Umfeld ist für die ambulante Versorgung relevant: Im distanzgewichteten 20-Kilometer-Umkreis stehen 1.673 Klinikbetten zur Verfügung, was Übergänge aus stationären Behandlungen in die häusliche Versorgung mitprägen kann.
Die Nachfrage dürfte zudem weiter steigen. Allein durch die Kohortenverschiebung wächst die Bevölkerung ab 75 Jahren in den kommenden fünf Jahren um 9,4 %. Damit nimmt die Zielgruppe zu, für die Unterstützung, Betreuung und pflegerische Versorgung zu Hause besonders relevant werden kann. Die Kreis-Analyse für Viersen bündelt diese Nachfrage-, Wettbewerbs- und Standortfaktoren bis auf PLZ-Ebene.
Zur Chance gehört jedoch eine offene Personalperspektive. Die BA-Engpassanalyse bewertet Pflegeberufe auf Landesebene mit 2,7 von 3 Punkten; bereits ab 2,0 liegt ein Engpass vor. Die Vakanzzeit beträgt 94 Tage und liegt damit über dem Bundeswert von 85 Tagen. Pflege ist bundesweit ein Engpassberuf – Personalgewinnung, Einsatzplanung und Bindung von Fachkräften gehören deshalb in Viersen in der Regel von Beginn an zur Expansionsplanung.
Praktisch setzt ein Markteintritt die Zulassung zur Versorgung voraus: Der Versorgungsvertrag nach § 72 SGB XI regelt die Teilnahme an der Versorgung der Pflegeversicherung; die Fachkraftquote verlangt einen ausreichenden Anteil qualifizierter Pflegefachkräfte im Team. Für die Tourenplanung bietet Viersen mit 663 Einwohnern je km² eine vergleichsweise verdichtete Ausgangslage. Gleichzeitig entwickelte sich der ambulante Markt auf Landesebene von 2021 bis 2023 moderat: Die Zahl ambulant Versorgter stieg um 2,1 %, die Zahl der Dienste um 0,3 %.
Die Werte je PLZ-Gebiet sind Modellwerte, an der amtlichen Kreisstatistik kalibriert; alle Angaben ohne Gewähr, und die eigene Prüfung vor Ort bleibt unersetzlich.
Häufige Fragen
Wie groß ist der ungedeckte ambulante Bedarf im Kreis Viersen?
Der Abstand zur Benchmark-Quote entspricht rechnerisch 3.588 Pflegebedürftigen, die zusätzlich ambulant versorgt werden könnten.
Wie entwickelt sich die relevante Altersgruppe?
Die Bevölkerung ab 75 Jahren wächst durch Kohortenverschiebung in fünf Jahren um 9,4 %. Das kann die Nachfrage nach ambulanter Pflege und Betreuung erhöhen.
Wie angespannt ist die Personalsituation?
Die BA-Engpassanalyse weist für Pflegeberufe auf Landesebene einen Engpasswert von 2,7 von 3 und eine Vakanzzeit von 94 Tagen aus.
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