PflegeRadar
16. Sept. 2026

Ambulante Pflege im Rhein-Sieg-Kreis: 3.797 ungedeckte Fälle

Standort-Chance: 61,3 von 100 (gut) · Rang 43 von 400 Kreisen · Nordrhein-Westfalen
Pflegebedürftige: 45.249 · ambulant versorgt: 6.282 · ungedeckter Bedarf: 3.797
75+ in 5 Jahren: +7,6 % · ambulante Dienste: 87 · Umsatzpotenzial: 49,4 Mio €/Jahr · Einwohner: 600.286
Stärkste PLZ-Gebiete: 53757 Sankt Augustin (64,7) · 53340 Meckenheim (63,9) · 53604 Bad Honnef (63,7)

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Im Rhein-Sieg-Kreis liegt der rechnerische Abstand zur bundesweiten Spitzen-Benchmark bei 3.797 ambulant versorgten Pflegebedürftigen. Bei einer Modellannahme von 13.000 Euro je ambulant versorgtem Patienten und Jahr entspricht das einem Umsatzpotenzial von rund 49,4 Millionen Euro jährlich – ein klarer Hinweis auf Raum für zusätzliche Versorgungskapazitäten.

Die Nachfragebasis ist groß: 45.249 Menschen sind im Kreis pflegebedürftig, doch nur 6.282 werden durch ambulante Dienste versorgt. Damit liegt die Ambulant-Quote bei 13,9 Prozent und deutlich unter der Benchmark von 22,3 Prozent im oberen Viertel der deutschen Kreise. Auf 87 ambulante Pflege- und Betreuungsdienste kommen rechnerisch 72 Patienten je Dienst. Für Anbieter, die Versorgungsstrukturen verlässlich aufbauen und Touren wirtschaftlich organisieren können, zeigt der Rhein-Sieg-Kreis damit eine nachvollziehbare Wettbewerbslücke.

Auch die Demografie stützt die mittelfristige Nachfrage: Die Bevölkerung ab 75 Jahren wächst in den kommenden fünf Jahren durch reine Kohortenverschiebung um 7,6 Prozent. Das erhöht in der Regel den Bedarf an pflegerischer Unterstützung, Betreuung und ambulanten Leistungen. Gleichzeitig bietet das Umfeld von 1.733 distanzgewichtet berücksichtigten Klinikbetten im 20-Kilometer-Umkreis Anknüpfungspunkte für Übergänge aus stationärer Behandlung in die häusliche Versorgung. Die vollständige Einordnung der Kennzahlen bietet die Kreis-Analyse für den Rhein-Sieg-Kreis.

Die Personalfrage gehört jedoch offen auf den Tisch. Pflegeberufe gelten bundesweit als Engpassberuf; für Nordrhein-Westfalen weist die BA-Engpassanalyse 2025 eine Gesamtbewertung von 2,7 von 3 aus. Die Vakanzzeit liegt mit 94 Tagen über dem Bundeswert von 85 Tagen. Ein Markteintritt braucht daher nicht nur Nachfrage, sondern ein belastbares Recruiting, planbare Einsatzgebiete und ein Konzept zur Bindung von Fachkräften.

Praktisch bedeutet der Aufbau eines ambulanten Dienstes: Für die Abrechnung mit den Pflegekassen ist in der Regel ein Versorgungsvertrag nach § 72 SGB XI erforderlich; die Fachkraftquote beschreibt dabei die einzuhaltende personelle Zusammensetzung aus Pflegefach- und weiteren Kräften. Im dicht besiedelten Kreis mit 826 Einwohnern je Quadratkilometer können kompakte Einsatzgebiete die Tourenplanung unterstützen. Besonders interessante Modellwerte zeigen die PLZ-Gebiete Sankt Augustin, Meckenheim und Bad Honnef.

Die Werte je PLZ-Gebiet sind Modellwerte, an der amtlichen Kreisstatistik kalibriert; alle Angaben ohne Gewähr, und die eigene Prüfung vor Ort bleibt unersetzlich.

Häufige Fragen

Wie groß ist die Versorgungslücke im Rhein-Sieg-Kreis?

Der Abstand zur Benchmark-Quote beträgt rechnerisch 3.797 ambulant versorgte Pflegebedürftige.

Wie entwickelt sich die relevante Altersgruppe?

Die Bevölkerung ab 75 Jahren wächst in fünf Jahren durch Kohortenverschiebung um 7,6 Prozent.

Ist Personal im Rhein-Sieg-Kreis ein Engpass?

Ja. Die BA-Engpassanalyse bewertet Pflegeberufe in Nordrhein-Westfalen mit 2,7 von 3; die Vakanzzeit beträgt 94 Tage.

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