Ambulante Pflege im Lahn-Dill-Kreis: 2.045 ungedeckte Fälle
Standort-Chance: 66,7 von 100 (gut) · Rang 16 von 400 Kreisen · Hessen
Pflegebedürftige: 23.320 · ambulant versorgt: 3.149 · ungedeckter Bedarf: 2.045
75+ in 5 Jahren: +10,2 % · ambulante Dienste: 48 · Umsatzpotenzial: 26,6 Mio €/Jahr · Einwohner: 251.972
Stärkste PLZ-Gebiete: 35578 Wetzlar (71,3) · 35576 Wetzlar (69) · 35606 Solms (68,7)
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Im Lahn-Dill-Kreis liegt der rechnerische Abstand zur ambulanten Versorgungsquote des oberen bundesweiten Kreisviertels bei 2.045 Pflegebedürftigen. Daraus ergibt sich ein modelliertes Umsatzpotenzial von rund 26,6 Millionen Euro pro Jahr – ein klarer Hinweis auf eine relevante Versorgungslücke für ambulante Pflege- und Betreuungsdienste.
Mit 23.320 Pflegebedürftigen zählt der Kreis zu den nachfragestarken Märkten in Hessen. Aktuell werden 3.149 Menschen durch ambulante Dienste versorgt; das entspricht einer Ambulant-Quote von 13,5 Prozent. Der Vergleichswert des oberen bundesweiten Kreisviertels liegt bei 22,3 Prozent. Bei 48 ambulanten Pflege- und Betreuungsdiensten und durchschnittlich 66 Patienten je Dienst zeigt sich damit: Der Markt ist vorhanden, die ambulante Versorgung liegt jedoch noch deutlich unter dem Benchmark-Niveau. Die Kreis-Analyse für den Lahn-Dill-Kreis bündelt diese Ausgangslage bis auf PLZ-Ebene.
Auch die Demografie stützt die langfristige Nachfrage. Die Bevölkerung ab 75 Jahren wächst im Kreis in den kommenden fünf Jahren allein durch Kohortenverschiebungen voraussichtlich um 10,2 Prozent. Für neue oder expandierende Dienste bedeutet das: Der Bedarf an regelmäßiger Pflege, Betreuung und Tourenversorgung dürfte in der Regel weiter zunehmen. Besonders günstige Modellwerte zeigen sich in den PLZ-Gebieten 35578 und 35576 in Wetzlar sowie in 35606 Solms.
Die Personalfrage gehört dabei offen auf den Tisch. Pflegeberufe gelten bundesweit als Engpassberufe; die BA-Engpassanalyse bewertet die Lage im Land mit 2,7 von 3 Punkten. Im Lahn-Dill-Kreis beziehungsweise im maßgeblichen Landeswert beträgt die Vakanzzeit 58 Tage, gegenüber 85 Tagen im Bund. Personalgewinnung, Einsatzplanung und Bindung von Fachkräften bleiben damit zentrale Voraussetzungen für einen tragfähigen Aufbau – auch wenn die Vakanzzeit hier unter dem Bundeswert liegt.
Praktisch erfordert ein Markteintritt neben einem belastbaren Versorgungs- und Personalplan in der Regel einen Versorgungsvertrag nach § 72 SGB XI, also die Grundlage für die Abrechnung zugelassener Pflegeleistungen mit den Pflegekassen. Ebenso ist die Fachkraftquote zu beachten: Sie beschreibt den vorgeschriebenen Anteil qualifizierter Pflegefachkräfte im Dienst. Bei 1.194 Beschäftigten in den vorhandenen Diensten, 739 distanzgewichtet erreichbaren Klinikbetten im 20-Kilometer-Umkreis und einer bevölkerungsgewichteten Dichte von 377 Einwohnern je Quadratkilometer bietet der Kreis ein Umfeld, das in die operative Standortprüfung einbezogen werden sollte.
Die Werte je PLZ-Gebiet sind Modellwerte, an der amtlichen Kreisstatistik kalibriert; alle Angaben ohne Gewähr, und die eigene Prüfung vor Ort bleibt unersetzlich.
Häufige Fragen
Wie groß ist die Versorgungslücke im Lahn-Dill-Kreis?
Der Abstand zur Ambulant-Quote des oberen bundesweiten Kreisviertels beträgt rechnerisch 2.045 Pflegebedürftige.
Wie entwickelt sich die Nachfrage in den nächsten fünf Jahren?
Die Zahl der Menschen ab 75 Jahren steigt durch Kohortenverschiebungen voraussichtlich um 10,2 Prozent – ein wichtiger Nachfrageimpuls für ambulante Angebote.
Wie schwierig ist die Personalgewinnung?
Pflege bleibt ein Engpassberuf. Die BA-Engpassanalyse weist eine Bewertung von 2,7 von 3 Punkten und eine Vakanzzeit von 58 Tagen aus.
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