PflegeRadar
20. Sept. 2026

Ambulante Pflege im Rhein-Neckar-Kreis: 2.291 Patientenpotenziale

Standort-Chance: 58,2 von 100 (solide) · Rang 69 von 400 Kreisen · Baden-Württemberg
Pflegebedürftige: 37.540 · ambulant versorgt: 6.071 · ungedeckter Bedarf: 2.291
75+ in 5 Jahren: +6,2 % · ambulante Dienste: 70 · Umsatzpotenzial: 29,8 Mio €/Jahr · Einwohner: 554.521
Stärkste PLZ-Gebiete: 69469 Weinheim (62,4) · 68723 Schwetzingen (61,4) · 68782 Brühl (59,3)

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Im Rhein-Neckar-Kreis liegt der rechnerische Abstand zur ambulanten Versorgungsquote des oberen bundesweiten Kreisviertels bei 2.291 Pflegebedürftigen. Bei einer Modellannahme von 13.000 Euro je ambulant versorgtem Patienten und Jahr entspricht das einem Umsatzpotenzial von rund 29,8 Millionen Euro jährlich – ein klarer Anlass, den Markt differenziert zu prüfen.

Von 37.540 Pflegebedürftigen im Kreis wurden zum Stichtag der Pflegestatistik 6.071 durch ambulante Dienste versorgt. Das entspricht einer Ambulant-Quote von 16,2 Prozent und liegt unter der Benchmark von 22,3 Prozent im oberen bundesweiten Kreisviertel. Gleichzeitig stehen 70 ambulante Pflege- und Betreuungsdienste für rechnerisch 87 Patienten je Dienst bereit. Die Wettbewerbslücke ist mit 85,6 von 100 Punkten einer der stärksten Faktoren der Standortbewertung. Die vollständige Einordnung liefert die Kreis-Analyse für den Rhein-Neckar-Kreis.

Die Nachfragebasis bleibt auch demografisch relevant: Die Bevölkerung ab 75 Jahren verschiebt sich in den kommenden fünf Jahren rein kohortenbedingt um 6,2 Prozent nach oben. Das bedeutet nicht automatisch identische Fallzahlzuwächse, erhöht aber in der Regel den Bedarf an wohnortnaher Pflege und Betreuung. Hinzu kommt ein dynamisches Landesumfeld: Die Zahl ambulant Versorgter stieg in Baden-Württemberg von 2021 bis 2023 um 9,8 Prozent, während die Zahl der Dienste um 2,8 Prozent zunahm.

Die Personalfrage gehört jedoch offen auf den Tisch. Die BA-Engpassanalyse bewertet Pflegeberufe auf Landesebene mit 2,8 von 3 Punkten; die Engpassschwelle liegt bei 2,0. Mit 104 Tagen liegt die Vakanzzeit über dem Bundeswert von 85 Tagen. Pflege ist bundesweit ein Engpassberuf – im Rhein-Neckar-Kreis sollte Personalgewinnung deshalb von Beginn an Teil jeder Standort- und Tourenplanung sein.

Praktisch verlangt ein Markteintritt neben einem tragfähigen Versorgungsgebiet vor allem die formalen Voraussetzungen: Der Versorgungsvertrag nach § 72 SGB XI ist die Grundlage, um Leistungen mit Pflegekassen abrechnen zu können; die Fachkraftquote beschreibt die einzuhaltende personelle Zusammensetzung des Dienstes. Bei 775 Einwohnern je Quadratkilometer und 1.564 distanzgewichtet berücksichtigten Klinikbetten im 20-Kilometer-Umkreis bietet der Kreis zugleich Anhaltspunkte für kompakte Versorgungsräume und relevante Übergänge aus dem Klinikbereich.

Die Werte je PLZ-Gebiet sind Modellwerte, an der amtlichen Kreisstatistik kalibriert; alle Angaben ohne Gewähr, und die eigene Prüfung vor Ort bleibt unersetzlich.

Häufige Fragen

Wie groß ist die ambulante Versorgungslücke im Rhein-Neckar-Kreis?

Der rechnerische Abstand zur Benchmark-Quote beträgt 2.291 ambulant versorgbare Pflegebedürftige.

Wie entwickelt sich die ältere Bevölkerung?

Die Altersgruppe 75+ wächst durch Kohortenverschiebung innerhalb von fünf Jahren um 6,2 Prozent.

Wie angespannt ist die Personalsituation?

Die BA-Engpassanalyse weist für Pflegeberufe im Land einen Engpasswert von 2,8 von 3 sowie eine Vakanzzeit von 104 Tagen aus.

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